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PIN und PUK für die Gesundheitskarte

Wenn in Deutschland Daten über Chipkarten ausgetauscht werden, ist dieser Vorgang häufig über zwei persönliche Nummernschlüssel abgesichert:

  • im Alltag über die PIN (persönliche Identifikationsnummer)
  • und in besonderen Fällen über die PUK (persönlicher Entsperrschlüssel), wenn z. B. die PIN mehrfach falsch eingegeben wurde.

Diese zweifachen Sicherheitsmerkmale werden jetzt auch für die elektronische Gesundheitskarte relevant, weil in Zukunft mehr Informationen auf der Karte abgespeichert werden können, die diesen besonderen Schutz benötigen.

Welche Informationen können zukünftig auf der eGK gespeichert werden?

In einem Feldversuch wurden Ende 2019 der elektronische Medikationsplan (eBMP) und das Notfalldaten-Management getestet.

Der bundeseinheitliche Medikationsplan online

Bisher wird Ihnen ein bundeseinheitlicher Medikationsplan (BMP) immer dann in Papierform ausgehändigt, wenn sich die Zusammenstellung oder zeitliche Verabreichung Ihrer Medikamente ändert. Diese Information kann jetzt auch in elektronischer Form auf der Gesundheitskarte abgespeichert werden und begleitet Sie dann zuverlässig bei jedem Arztbesuch. Werden die Angaben – z. B. von einem Facharzt – benötigt, dann kann dieser mit Ihrer Zustimmung und nach Eingabe der PIN immer die aktuellste Version einsehen und sich daran orientieren.

Das Notfalldatenmanagement

Wenn mal etwas passiert und Sie notfallmäßig nach einem Unfall oder ähnlichem ärztlich versorgt werden müssen, ist es grundsätzlich wichtig, dass die Unfallretter Informationen zu Erkrankungen, Medikamenten und Allergien haben, um sich mit ihren Maßnahmen darauf einstellen zu können.

Deshalb sollen in Zukunft – auf freiwilliger Basis aber in jedem Fall sinnvoll – die wichtigsten Angaben zu diesen Dingen als Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte abgespeichert werden. Notfallretter (Ärzte und Zahnärzte im Notfalleinsatz, Notfallsanitäter) haben auf diesen Datensatz durch besondere Befugnisse direkten Zugriff, während außerhalb eines Notfalles auch Ärzte, Zahnärzte und medizinisches Personal Ihre Zustimmung und ggf. die Eingabe der PIN einholen und abwarten müssen.

PIN und PUK schützen Ihre Daten

Sie bestimmen – und das vollkommen freiwillig – ob und welche Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte abgespeichert werden. Über PIN (und manchmal eben auch die PUK) behalten Sie auch die Entscheidung bei sich, ob und wer diese Daten zu sehen bekommt.

Allein im Notfall, in dem Sie diese Entscheidung selbst nicht mehr treffen können, haben ausgewählte Helferinnen und Helfer die Möglichkeit, die Notfalldaten einzusehen – ein entscheidendes Element im Kampf um Leben und Tod. Und nur dann.