Bewegungsmangel bei Kindern 

Warum fehlende Aktivität gefährlich werden kann

Das bewegte Kind – was es braucht und was Eltern tun können 

Viele Kinder bewegen sich zu wenig – mit langfristigen Folgen für Körper und Psyche. Denn ein Mangel an körperlicher Aktivität im Kindesalter kann nicht nur Übergewicht und chronische Krankheiten begünstigen, sondern auch die motorische Entwicklung und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Hier wird erklärt, wie dagegen angesteuert werden kann.


Bewegung ist eine Grundvoraussetzung für eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung. Schon im frühen Kindesalter fördert sie die Koordination und den Gleichgewichtssinn. Regelmäßige Aktivität stärkt Muskeln, Knochen, Herz-Kreislauf-System und Immunsystem und legt die Basis für lebenslange Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Aber wie viel Bewegung pro Tag ist für die Kids genug? 

Die empfohlene Bewegungsdauer hängt vom Alter ab: 

  • Säuglinge und Kleinkinder: So viel Bewegung wie möglich;
  • Kindergartenkinder: Mindestens 180 Minuten;
  • Schulkinder und Jugendliche: 60 bis 90 Minuten moderate bis intensive Bewegung. 

Dabei reicht leichtes Gehen nicht aus. Kinder sollten regelmäßig ins Schwitzen kommen und sich anstrengen – so trainieren sie Herz, Lunge und Muskulatur optimal.

Die Folgen von Bewegungsmangel 

Soviel zum Idealszenario. Die Realität sieht leider anders aus: Schon vor der Coronapandemie zeigte sich ein deutlicher Rückgang körperlicher Aktivität bei Kindern. Während die Bildschirmzeit steigt, sinkt die tägliche Bewegung drastisch. Fachleute sprechen von einer „tickenden Zeitbombe“, denn Bewegungsmangel kann zu negativen Auswirkungen führen, darunter zu: 

  • motorischen Entwicklungsstörungen und Koordinationsproblemen;
  • Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
  • Geringerem Selbstvertrauen, Ängsten und depressiven Verstimmungen. 

Das besonders Gefährliche: Bewegungsarmut in jungen Jahren prägt das Verhalten im Erwachsenenalter. Wer sich als Kind wenig bewegt, bleibt meist auch später inaktiv – die Grundlage für viele chronische Erkrankungen.

Was Eltern und Bezugspersonen tun können 

Eltern, Lehrer sowie Erzieher spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Bewegung in den Alltag von Kindern zu integrieren. Hilfreich sind zum Beispiel:

  • Spielen im Freien fördern – Ballspiele, Toben, Radfahren oder Klettern;
  • Regelmäßig Kinderturnen oder Schwimmkurse besuchen;
  • Bewegung in den Familienalltag integrieren, etwa durch gemeinsame Spaziergänge;
  • Selbst als Vorbild aktiv sein – sportliche Eltern haben meist aktivere Kinder. 

Sportvereine bieten eine gute Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig die motorischen Fähigkeiten zu fördern. Wichtig ist, dass Kinder verschiedene Sportarten ausprobieren dürfen, um herauszufinden, was ihnen wirklich Spaß macht.

Früh aktiv werden zahlt sich aus 

Wer Kinder also früh zu mehr Bewegung motiviert, legt den Grundstein für Gesundheit und Lebensfreude. Jede Minute zählt: Bewegung stärkt Körper, Geist und Selbstvertrauen – ein Gewinn fürs ganze Leben.


Quellen:

  • Sommer, I., Nußbaumer-Streit, B., & Gartlehner, G. (2021). WHO-Leitlinie: Körperliche Aktivität, Bewegungsmangel und Schlaf für Kinder unter 5 Jahren. *Das Gesundheitswesen, 83*(7), 509–511. Link

  • Köhler, E. (2023). „Wir können mit Freude an Bewegung bei Kindern und Jugendlichen viel erreichen“ – Muskuloskelettale Funktionsstörungen und Bewegungsmangel. *physiopraxis, 21*(11/12), 58–59. Link

  • Deutsche Sportjugend im DOSB. (2024, 21. Januar). *Studien zeigen zunehmenden Bewegungsmangel – mit verheerenden Auswirkungen.* Link 

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen. (2021, 8.Juli). *Kinder brauchen Bewegung.* Abgerufen von Link

  • Bundesministerium für Gesundheit. (2021, 8.Juli). *Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche in Deutschland.* Link

 

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