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Zuzahlungsbefreiung

Wie vom Gesetzgeber festgelegt, werden Versicherte ab dem 18. Lebensjahr an bestimmten Krankenkassenleistungen mit einer Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten beteiligt, mindestens aber mit 5 Euro. Um niemanden zu überfordern, wurden vom Gesetzgeber bei der Zuzahlung Belastungsgrenzen festgesetzt. Sie liegt bei zwei Prozent der Bruttoeinnahmen beziehungsweise einem Prozent bei Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Hinweise zu Zuzahlungen

Kinder und Jugendliche (bis 18. Lebensjahr) sind von Zuzahlungen befreit (Ausnahme: Fahrkosten). Eigenanteile, nicht Zuzahlungen, gelten für kieferorthopädische Behandlung, Zahnersatz und künstliche Befruchtung. Nicht als „Zuzahlungen“ können berücksichtigt werden: Fahrkosten, die von uns nicht bezahlt werden (z. B. bei ambulanter Behandlung) sowie über die Vertragsleistungen hinausgehende Aufwendungen (z. B. nicht verordnungsfähige bzw. ausgeschlossene Arzneimittel, Aufwendungen über dem jeweiligen Festbetrag/Vertragspreis).

Höhe der Belastungsgrenze und Familienfreibeträge

Gesetzlich Krankenversicherte leisten jährlich zwei Prozent ihres Einkommens als Zuzahlung. Wer im Laufe eines Kalenderjahres bestimmte Belastungsgrenzen erreicht, kann sich von vielen Zuzahlungen der Krankenkasse befreien. Auch Familienfreibeträge sind gesetzlich festgelegt, um Familien finanziell zu entlasten: Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind von Zuzahlungen befreit.

Die Zuzahlung und die Bruttoeinnahmen der im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen (Ehegatten einschließlich Lebenspartner, Kinder bis zu dem Kalenderjahr, in dem sie das 18. Lebensjahr vollenden, danach solange sie familienversichert sind) werden jeweils zusammengerechnet.

Die jährlichen Bruttoeinnahmen verringern sich um Freibeträge:

  • für den ersten Angehörigen um 5.733 Euro,
  • für ein Kind um 7.812 Euro
  • und jeden weiteren Angehörigen um 3.738 Euro.

So beantragen Sie die Zuzahlungsbefreiung

Haben Sie die Zuzahlungsgrenze erreicht, können Sie von den Zuzahlungen befreit werden.

Senden Sie uns dafür bitte folgende Unterlagen zu:

  • Ihre Zuzahlungsquittungen, Rechnungen, Zahlungsnachweise (im Original)
  • Den vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrag mit Anlage
  • Kopien der Einkommensnachweise (z. B. Gehaltsabrechnung, aktueller Rentenbescheid)
  • Bei chronischer Erkrankung: die Bescheinigung einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung gem. §62 SGB V. Das entsprechende Formular (Muster 55) erhalten Sie bei Bedarf direkt bei Ihrem behandelnden Arzt. Die Ihnen ggf. aus der Vergangenheit bekannten Formulare der Krankenkassen werden nicht mehr verwendet.

Sobald Ihre Unterlagen vollständig vorliegen, prüfen wir, ob Sie von den Zuzahlungen befreit und bereits zu viel gezahlte Beträge erstattet werden können.