WM 2026: So kommst du gut durch die langen Nächte
Die Fußball-WM 2026 rückt näher, und mit ihr Anstoßzeiten, die deutsche Schlafrhythmen durcheinanderbringen. Spiele mitten in der Nacht? Verlängerung bis kurz vor Sonnenaufgang? Für ein paar Wochen kein Problem, denken viele. Doch wie sieht es tatsächlich aus – und was können wir tun, damit unsere Fitness und innere Uhr nicht ins Abseits geraten?
Naheliegend ist der Gedanke: Wenn Spiele bis in die Nacht gehen, kann man ja tagsüber „Vorschlafen“ Aber geht das überhaupt? Die kurze Antwort: Jein. Schlaf lässt sich nicht wie Geld auf einem Sparkonto anhäufen. Trotzdem kann ein kleiner „Schlafpuffer“ helfen. Wenn du in den Tagen vor einem späten Spiel etwas mehr schläfst oder ein kurzes Mittagsschläfchen einbaust, steckst du die Nacht besser weg, wenn du:
- maximal 20–30 Minuten powernapst
- ihn nicht zu spät am Tag einlegst
- in nicht als Ersatz für vollen Nachtschlaf nimmst
Anpassen an neue Zeiten – wie schnell geht das?
Die innere Uhr ist flexibel, aber gemächlich. Mehr als 30–60 Minuten Verschiebung pro Tag schafft sie meist nicht. Für eine WM, bei der die ungünstigen Anstoßzeiten nur wenige Wochen dauern, reicht das kaum für eine echte Anpassung. Deshalb gilt: Stabilisieren statt umstellen. Und das geht so:
- Konstante Aufstehzeiten etablieren
- Nicht übertreiben beim Ausschlafen
- besser kurze Powernaps als Stunden am Nachmittag im Bett
WM schauen ohne Folgeschäden – geht das?
Ja, aber … Denn die Wahrheit, die manche Fans nicht hören wollen, lautet: Du musst nicht jedes Spiel live sehen. Wer Prioritäten setzt und die Schlafzeiten möglichst konstant hält, bleibt leistungsfähiger. Abgesehen davon, Müdigkeit über ein paar Tage ist normal. Kritisch wird’s erst, wenn Schlafmangel zum Dauerzustand wird. Woran aber merkst du ein Schlafdefizit? Am Alltag! Typische Anzeichen sind:
- Reizbarkeit
- Konzentrationsprobleme
- mehr Emotion als üblich (WM-Spiele natürlich ausgenommen)
- gesteigerter Kaffeedurst
Ein guter Selbsttest: Wie leistungsfähig wäre ich ohne Kaffee? Wenn die ehrliche Antwort „kaum“ lautet, fehlt Schlaf. Egal, wie viele Stunden die vergangene Nacht hatte. Was aber passiert bei zu wenig Schlaf? Einiges:
- Stresshormone steigen
- Reaktionszeiten verlängern sich
- Heißhunger nimmt zu
- das Immunsystem schwächelt
Was die Profis anders machen (und wir davon lernen können)
Gerade im Profifußball ist Schlaf ein zentraler Leistungsfaktor. Für Fußballer entscheidet Schlaf nicht nur über Erholung, sondern über Reaktionsgeschwindigkeit, Entscheidungsqualität, Verletzungsrisiko und mentale Stabilität. Studien zeigen, dass schon moderater Schlafmangel die Sprintleistung, die Präzision im Passspiel und die kognitive Verarbeitung messbar verschlechtert. Gleichzeitig ist guter Schlaf einer der wichtigsten Hebel für Regeneration, Muskelreparatur und emotionale Kontrolle. Aber auch die Teams bei der WM müssen sich an neue Zeitzonen gewöhnen. Der Trick: Sie versuchen nicht, Schlaf zu erzwingen. Sie steuern ihre innere Uhr durch:
- gezielten Einsatz von Tageslicht
- feste Aufsteh- und Trainingszeiten
- kontrollierten Umgang mit Koffein und Nickerchen
- weniger Bildschirmlicht am Abend
Mehr als eine Stunde Rhythmusverschiebung pro Tag schafft aber selbst ein Spitzensportler selten. Deshalb beginnt die Anpassung oft schon vor der Reise. Schlafhygiene bedeutet dabei nicht Verzicht, sondern Balance. Versuch doch mal, einige dieser Techniken auch in deinen Alltag zu übertragen. So überstehst du auch die WM-Wochen gesund und hat trotzdem Spaß.
Dieser Artikel wurde mit Fachwissen unseres Schlafexperten André D. Alesi, M.A Health Science & Geschäftsführer beim Institut für Schlaf & Regeneration erstellt. Viele weitere hilfreiche Tipps rund ums Thema Schlaf von André findest du kostenfrei auf dem BKK VerbundPlus Campus.
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